Buchprojekt

"Der siebte Skarabäus"

Die Hälfte ihres Lebens haben Mara, Tochter aus gutem Hause und Aram, Berufsoffizier der Jugoslawischen Volksarmee, einander gesucht.

Erst als sie sich finden, kehrt Frieden ein in ihre Seelen.

 

Autorin: Ursula Arn

Genre: Dokufiction, Liebesgeschichte

Umfang: 493 Seiten 

Perspektive: Ich-Erzählerin, personale Erzählform

 

Zeit und Ort: Heute mit Rückblenden, Schweiz und Dubrovnik

Handlung

Geschrieben wird die Geschichte innerhalb eines Jahres, in dem Mara sich selbst ihr Leben erzählt. Mara, Tochter intellektueller Eltern und die „Kleine“ neben hervorragenden Geschwistern, wird von ihrer Mutter als Enttäuschung bezeichnet. Introvertiert veranlagt, glaubt sie selber daran. Ihre Kindheit ist sorglos. Durch die adlige Abstammung ihrer Mutter und der Familie ihres Vaters - Mitglieder der höchsten Industriellen der damaligen Zeit - wird sie zu Standesdenken erzogen.

Sie zieht sich in eine Fantasiewelt zurück, in der ein schwarzhaariger Junge an ihrer Seite spielt. Zusammen werden sie erwachsen und nie hört sie auf, von ihm zu träumen. Gleichzeitig verliert sie sich in Visionen aus vergangenen Leben mit stets demselben Mann, die sich real anfühlen.

 

Mit 25 Jahren heiratet sie Hugo. Durch seinen narzisstischen Charakter pflegt er die Vorgaben ihrer Mutter weiter und übermittelt Mara, dass sie bedeutungslos ist.

Hugo hat in Mara sein Opfer gefunden.

 

Ihr Schlüsselereignis ist ein Besuch bei einer Kartenlegerin, die ihr einen schwarzhaarigen, feurigen Geliebten prophezeit. Geprägt durch das Interesse ihres Vaters an Mystischem und dank einer Mutter, die ihr die Mythologie nahegebracht hat, findet sie im Tarot eine Bestimmung. Mara vertieft sich in die Heldenreise der Karten.

Zu dieser Zeit erbt sie einen Skarabäus.

 

Schritt für Schritt befreit sie sich von ihrem psychopathischen Ehemann. Zeitgleich trifft sie Aram. Beide sind verheiratet, als sie einander finden.

 

Aram, intellektuell unterfordert, durch Kriegergene beeinflusst, wächst in bitterer Armut in Albanien auf. Schon früh zeigt er den Willen, etwas zu verändern. Er wird in eine Kadettenschule in Kroatien geschickt und beginnt eine Militärlaufbahn. Da er Kadavergehorsam nicht akzeptieren kann, leistet er in der Armee nur die Jahre, zu denen er verpflichtet war. Danach reist er für zwei Jahre durch die Welt und sucht seine Lebenspartnerin, von deren Existenz er überzeugt ist.

Als er Mara in der Schweiz begegnet, wird er sesshaft.

 

Aram wird gelenkt durch seine Kultur und diese schreibt ihm vor, eine Frau zu heiraten, welche ihm vor langer Zeit zugeführt wurde. Mara hingegen lässt sich scheiden. Aram beharrt darauf, dass er seiner Ehe verpflichtet ist. Mara stört das keinesfalls, denn ihre Erziehung darf eine ernsthafte Verbindung mit ihm nicht gutheißen. Sie durchleben eine leidenschaftliche Affäre, in der sich Mara wie in einem Märchen häutet, obwohl sie einem Patriarchen gegenübersteht.

Der Kosovokrieg verändert Aram. Er verlässt Mara, hilft den KFOR Truppen bei der Befriedung seiner Heimat, und, zuvor tolerant und aufgeschlossen, kehrt er nationalistisch und traumatisiert zurück.

Nach fünf Jahren sucht Aram Mara wieder und sofort entfacht erneut ihre Leidenschaft.

Aram trennt sich von seiner Ehefrau, denn durch den Krieg fühlt er sich nicht mehr an ihre Gesetze gebunden. Er möchte mit Mara nach Dubrovnik ziehen und bringt sie damit in einen Konflikt.

 

Im zweiten Strang wird die Heldenreise erläutert, mit kurzen Abstechern in die Mythologie. Mara versucht aufzuzeichnen, dass Tarot ein Bestandteil unseres Unterbewusstseins ist.

Sie erzählt ihre Geschichte auf einem Bogen der Heldenreise. Kapitel für Kapitel führt sie einer Karte zu und am Ende hat sich die Entwicklung der Beiden in den Karten bewahrheitet.

 

In einem dritten Strang erzählt sie von ihren Rückführungen in sechs vergangene Leben, in denen sie von ihrem Skarabäus begleitet wird. Genau wie im jetzigen, siebten Leben.

 

Ein vierter Strang nimmt Bezug auf die Schrecken des Balkankrieges.

Aufbau und Sprache

Der Roman ist in drei Teile gegliedert, analog zu den drei Teilen der Heldenreise.

Der erste Teil beschreibt Maras Kindheit, ihre Jugend und die Zeit als junge Erwachsene bis zum Beginn ihrer Beziehung. Er ist im erzählerischen, distanzierten, schlanken Stil geschrieben. Der Art nachempfunden, wie sie ihren Enkeln ihr Leben schildern würde.

 

Der zweite Teil lebt im Jetzt und ist in einer vollfühligen, emotionalen Sprache gehalten, die zwischen Kopf und Seele schwebt.

 

Der dritte Teil wird durch kulturelle Schwierigkeiten und den Krieg geprägt, mit dichten, stimmungsprägenden Elementen.

 

In den Rückführungen wird die Sprache der jeweiligen märchenhaften Zeit angepasst.